{"id":2185,"date":"2019-07-11T12:24:00","date_gmt":"2019-07-11T12:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kirchnerhaus.com\/?post_type=avada_portfolio&#038;p=2185"},"modified":"2019-07-12T08:30:29","modified_gmt":"2019-07-12T08:30:29","slug":"tafel-3","status":"publish","type":"avada_portfolio","link":"https:\/\/www.kirchnerhaus.com\/index.php\/portfolio-items\/tafel-3\/","title":{"rendered":"Tafel 3"},"content":{"rendered":"<h3>Die Aschaffenburger Kulturliga<\/h3>\n<p>Am 24. Februar 1948 wurde die Arbeitsgemeinschaft Aschaffenburg der Kulturliga M\u00fcnchen im \u00bbHopfengarten\u00ab gegr\u00fcndet. Dort steht heute die Stadthalle.<\/p>\n<p><strong>Vorstand<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Prof. Dr. Oskar Sch\u00fcrer<\/strong>\u00a0(1892-1949), Kunsthistoriker, Darmstadt\/Aschaffenburg,<\/li>\n<li><strong>Hannes Neuner<\/strong>\u00a0(1906-1978), Bauhaussch\u00fcler, Staatl. Schule f\u00fcr Kunst und Handwerk, Saarbr\u00fccken. Er und seine Frau Eve Neuner Kayser stellen in der Ausstellung Aschaffenburger K\u00fcnstler im M\u00e4rz 1948 aus.<\/li>\n<li><strong>Heiner Ruths<\/strong>\u00a0(1920-1986), Kleiderfabrikant. Der Neue Kunstverein geht auf seine Initiative zur\u00fcck, in Erlenbach plante er 1961 zus. mit Leo Hefner ein Corbusier-Museum mit Eckiger Schnecke. Mitbegr\u00fcnder der Galerie 59.<\/li>\n<li><strong>Christian Schad<\/strong>\u00a0(1894-1982), Kunstmaler<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Weitere Mitglieder<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Dr. Josef Dessauer,<\/strong>\u00a0Rechtsanwalt, Dr. Wilhelm Engelhard, Verleger,<\/li>\n<li><strong>Otto Gentil<\/strong>, Bildhauer, Alfons Goppel, Rechtsrat (sp\u00e4ter bayer. Ministerpr\u00e4sident),<\/li>\n<li><strong>Dr. Fritz Koch<\/strong>, Gerichtspr\u00e4sident (sp\u00e4ter bayer. Finanzminister),<\/li>\n<li><strong>Dr. Hans Schad<\/strong>, Zahnarzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die meisten Mitglieder der Kulturliga lehrten an der im M\u00e4rz 1947 gegr\u00fcndeten VHS. Christian Schad begann erst im Sommersemester 1951 als VHS-Lehrer. In der Gr\u00fcndungsversammlung zu beschlie\u00dfende Punkte waren u. a.:<\/p>\n<p><strong>Ausstellung Kirchner, Nachlass Kirchner<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ziele<\/strong><br \/>\nDie Kulturliga will \u00bbdurch die Schaffung und F\u00f6rderung vorbildlicher k\u00fcnstlerischer Leistungen an der L\u00f6sung der deutschen kulturellen Probleme\u00ab mitarbeiten. Nach Dr. Dessauer sollen die Aufgaben der Liga in einer Zusammenfassung \u00bballer geistig Interessierten ohne R\u00fccksicht auf Alter, weltanschauliche Herkunft oder politische Einstellung gel\u00f6st werden\u00ab. Jedes Mitglied m\u00fcsse sich \u00bbder Pflege einer echten und wahrhaften Kunst unterordnen\u00ab.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Oskar Sch\u00fcrer schreibt sp\u00e4ter im Faltblatt zur Kirchner-Ausstellung, die Liga wolle \u00bbin die harten M\u00fchen des Alltags einen Strahl von Besinnung, Freude und Selbstverstehen lenken\u00ab und das Reich der Kunst denen erschlie\u00dfen, \u00bbdie offenen Herzens sind\u00ab. Auch will die Kulturliga Musik und Bildende Kunst in der Stadt neu beleben. Sie bietet der Stadt die Zusammenarbeit an, will bei Stadtratsitzungen mit kulturellem Bezug Sachverst\u00e4ndige aus ihren Reihen beistellen. Das aber lehnt Rechtsrat Alfons Goppel ab.<\/p>\n<p>Die Kulturliga macht aufmerksam auf eine Ausstellung von Kirchner-Grafik in Frankfurt und m\u00f6chte diese nach Aschaffenburg holen (Brief an den Oberb\u00fcrgermeister vom 28. 2. 1948). Christian Schad geh\u00f6rt zu den Unterzeichnern.<\/p>\n<p><strong>Aus dem ME-Bericht vom 27. Februar 1948<\/strong><br \/>\n\u2026Weiterhin soll ein Vortragszyklus \u00fcber \u00bbDas Weltbild des 20. Jahrhunderts\u00ab veranstaltet werden. Vorf\u00fchrungen von neuen englischen, franz\u00f6sischen, italienischen und russischen Filmen sollen die Bev\u00f6lkerung mit dem modernen Filmschaffen, musikalische Darbietungen mit der neuen Musik vertraut machen. Au\u00dferhalb der Aschaffenburger Altstadt soll einem neuzeitlichen Baustil die M\u00f6glichkeit zur freien Entfaltung gegeben werden. Die Liga, die in Form eines englischen Klubs an die \u00d6ffentlichkeit treten will, m\u00f6chte ihre Ausstellungs- und Klubr\u00e4ume im Dalbergschen Haus in der Stiftsgasse zusammen mit dem Besitzer einrichten.<\/p>\n<p>Die Aschaffenburger Kulturliga veranstaltet im Fr\u00fchjahr 1948 noch einige Konzerte. Danach wird nichts mehr von ihr vernommen.<\/p>\n<p><strong>Kulturbund der DDR<\/strong><br \/>\nDie Kulturliga M\u00fcnchen war ein Ableger des Deutschen Kulturbunds, 1945 gegr\u00fcndet in Berlin Ost durch Johannes R. Becher, sp\u00e4ter Kulturminister der DDR, Dichter der Nationalhymne der DDR. Mitglieder im Deutschen Kulturbund der DDR waren auch die Maler Karl Hofer und Max Pechstein. Ehrenvorsitzender war Gerhard Hauptmann. (Wikipedia)<\/p>\n<hr \/>\n<p><small>Quellen zum Deutschen Kulturbund: Wikipedia und Andreas Zimmer, Der Kulturbund in der SBZ und in der BRD: Eine ostdeutsche Kulturvereinigung im Wandel der Zeit zwischen 1945 und 1990, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2019.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aschaffenburger Kulturliga Am 24. Februar 1948 wurde die Arbeitsgemeinschaft Aschaffenburg der Kulturliga M\u00fcnchen im \u00bbHopfengarten\u00ab gegr\u00fcndet. Dort steht heute die Stadthalle. 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